Schülerbeförderung und gestaffelte Schulanfangszeiten

10. Januar 2008


BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Kreistag Aschaffenburg

Antrag zur Schülerbeförderung zu den Realschulen und Gymnasien in Hösbach und Alzenau

Mit großer Besorgnis beobachten wir die Schülerbeförderung zu den o.g. Schulen: Die Busse sind vor allem in den Morgenstunden so voll, dass für einen großen Teil der Schülerinnen und Schüler nur Stehplätze bleiben. In Einzelfällen stehen die Schüler bis zur Windschutzscheibe und auf Fahrstrecken von mehr als 12 Kilometern. Wie bei allen Verkehrsteilnehmer besteht auch für Schul- und Linienbusse eine Unfallgefahr. Die Zahl der dabei entstehenden Opfer ist immer erheblich. (siehe dazu eine Aufstellung solcher Unfälle im Anhang). Die Verletzungsgefahren für stehende Fahrgäste ist größer als die für sitzende. Als Reaktion auf die Gefahren wurde - allerdings nur für Reisebusse - in 2006 eine Anschnallpflicht erlassen.

Unsere Fraktion sieht hier auch für den Landkreis Handlungsbedarf und schlägt folgende Lösung vor:

Die Landkreisverwaltung verhandelt mit den weiterführenden Schulen des Kreises und den Verkehrsträgern mit dem Ziel, dass für alle Schülerinnen und Schüler in der Regel Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Uns ist bewusst, dass aus Kostengründen die Bestellung weitere Busse schwer möglich ist. Die Fahrkarten würden sich nach Auskunft der KVG für den Landkreis aber auch die selbstzahlenden Schüler erheblich verteuern. Für die zusätzlichen, am Morgen gebrauchten Busse und Fahrer gäbe es im Verlauf des Tages keine weitere Verwendung. (Die Anschaffungskosten eines Busses liegen aber bei 250.000 – 400.000 €. Den Busfahrern müsste unabhängig von ihrer tatsächlichen Arbeitszeit nach Tarif mindestens drei Stunden bezahlt werden.)

Aus unserer Sicht könnte eine Lösung in einem zeitversetzten Schulbeginn liegen. Das könnte z. B. so aussehen, dass Realschule und Gymnasium oder bestimmte Klassenstufen oder auch im Wechsel bestimmte Klassen an verschiedenen Wochentagen um eine Stunde zeitversetzt beginnen. Die Details sollten die Schulen in Absprache mit Lehrern, Eltern und Schülern selbst entscheiden. Für die später anfangenden Schüler ergäbe sich mehr Unterricht am Nachmittag, was wir aber seit der Einführung der Schulkantinen als weniger problematisch ansehen. Auch der Transport nach Schulende ist wegen des weitgehend vorhandenen Stundentakts möglich. Für jüngere Schüler, die wegen eines späteren Schulbeginns zuhause unbeaufsichtigt wären, muss die Möglichkeit gegeben sein auf Antrag mit früheren Bussen zu fahren. Sie sollten in der Schule betreut werden. Angesichts der beträchtlichen Gefahren in den überfüllten Bussen, hoffen wir, dass die Schulen die damit verbunden Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Im Kreis Miltenberg wurden bereits entsprechende Regelungen akzeptiert und werden erfolgreich praktiziert.


Für die Kreistagsfraktion

Stephan Roth-Oberlies

 

Anhang:

Eine Auswahl von Unfällen mit Schul- und Linienbussen aus der Zeit von Okt. 05 – Mai 07 (Quelle: ADAC)

16. Mai 2007 in Deutschland
Beim Zusammenstoß zweier Schulbusse im nordhessischen Neuental-Bischhausen werden die beiden Busfahrer lebensgefährlich verletzt. Zwei des mit rund 20 Kindern besetzen, einen Busses erleiden schwere, 15 Kinder leichte Verletzungen. Ihr Bus geriet vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit bei schlechter Witterung auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal gegen einen entgegenkommenden Schulbus, der keine Kinder an Bord hatte.

8. Februar 2007 in Deutschland
Auf der schneeglatten Fahrbahn einer Bundesstraße in der Nähe von Gedern in Hessen prallt ein mit 47 Kindern besetzter Schulbus auf einen Lastwagen, fährt in den Straßengraben und kippt um. Zwei Kinder und die beiden Fahrer werden verletzt. Die acht bis zwölf Jahre alten Schüler waren auf dem Rückweg von einem Ausflug zu einer Eislaufhalle. Nach ersten Erkenntnissen war der Lkw-Fahrer über die Fahrbahnmitte geraten.

13. November 2006 in Deutschland
Bei Fischen im Allgäu gerät ein mit Kies beladener Laster auf die Gegenfahrbahn und stößt frontal mit einem Schulbus zusammen, der dabei völlig zerstört wird. 29 Kinder und der Lkw-Fahrer werden leicht, der Busfahrer wird schwer verletzt.

9. November 2006 in Deutschland
In der Oströhre des Hamburger Elbtunnels fährt ein Linienbus auf einen Lkw auf, ein weiterer Lastwagen prallt in die Unfallstelle. Acht Menschen werden verletzt.

6. November 2006 in Deutschland
Bei Hohenfels in der Oberpfalz kommt ein Bus von der Fahrbahn ab und überschlägt sich. Ein Businsasse wird getötet, neun Fahrgäste werden verletzt, darunter auch einige Kinder.

3. November 2006 in Deutschland
Im niedersächsischen Herzberg am Harz gerät ein Bus, der mit rund 50 Schülern im Alter zwischen zehn und 18 Jahren besetzt ist, auf der eisglatten Fahrbahn einer Bahnüberführung am Stadtrand ins Schleudern und prallt seitlich gegen einen Holztransporter. Drei Kinder werden dabei lebensgefährlich, fünf Schüler und der Busfahrer schwer verletzt. 20 Kinder erleiden leichtere Verletzungen.

17. September 2006 in Österreich
Auf der B 2 bei Schrems in Niederösterreich rutscht ein teilweise mit behinderten Schülern besetzter, tschechischer Bus in einen drei Meter tiefen Graben, überschlägt sich und bleibt auf dem Dach liegen. Der Fahrer wollte einem am rechten Fahrbahnrand stehenden Reh ausweichen und geriet dabei ins Schleudern. Etliche Passagiere sind eingeklemmt und können erst nach einer Stunde aus dem Fahrzeug gerettet werden. Vier Menschen werden getötet, 38 zum Teil schwer verletzt.

9. Februar 2006 in Deutschland
Auf der B 1 bei Coppenbrügge in Niedersachsen rammt ein Sattelzug in einer Kurve auf glatter Straße einen Linienbus, mit dem viele Schüler unterwegs sind. Die Ladeklappe schlitzt den Bus fast gänzlich auf. Zwei 14 und 17 Jahre alte Mädchen und ein 18-jähriger Jugendlicher sterben. Mindestens zehn Fahrgäste sowie die beiden Fahrer werden teilweise lebensgefährlich verletzt.

18. Januar 2006 in Deutschland
Nahe Schüttorf bei Rheine kommt ein Kleintransporter auf glatter Straße ins Schleudern, gerät auf die Gegenspur und prallt dort mit einem Bus zusammen, der 14 Jugendliche in eine Werkstatt für Behinderte und lernschwache Schüler bringen soll. Zehn der Fahrgäste werden zum Teil schwer verletzt.

12. Oktober 2005 in Deutschland
In Mainz prallt auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit Ampel ein Linienbus auf eine Lokomotive. 22 Menschen werden verletzt, drei davon schwer.

 

Was aus dem Antrag wurde:

Die Kreisverwaltung sieht durch die unterschiedlichen Anfangszeiten in den Aschaffenburger Stadtschulen (ca. 8.00 Uhr) und dem Schulzentrum Hösbach (8.15 Uhr) unseren Antrag schon teilweise erfüllt. Auch die Schulleitungen aller weiterführenden Schulen des Landkreises werden von der Verwaltung um eine Stellungnahme zu unserem Antrag gebeten. Alle lehnten Änderungen in den Anfangszeiten ab. Auch von einzelnen Eltern kommen kritische Stimmen. In der Beratung im Kreisausschuss wird auch auf die Erfahrungen im Aschaffenburger Schulzentrum hingewiesen, bei dem ein Entzerrungsversuch nur in geringem Umfang gelungen ist. Gegen den Willen der Schulleitungen hat unser Antrag keine Realisierungschance. Deshalb wird der Antrag zurückgezogen. Das Problem der übervollen Busse wird von uns weiter verfolgt und Lösungen angemahnt. Wir sind über Hinweise auf besondere Missstände dankbar.

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